Dienstag, 27. Juni 2017

Halal / helal steht für alles was der Koran erlaubt:

Gerade die Ernährung spielt für die Muslime eine große Rolle, denn sie muss speziellen Anforderungen an Hygiene und Herstellung entsprechen.
Hierzu gehört zum Beispiel, dass die Lebensmittel frei sind von Schwein, Blut, Aas oder Alkohol. 
Sie dürfen um halal zu sein, nicht einem anderen Gott als Allah geweiht worden sein und die erlaubten Tiere müssen halal geschlachtet werden.

Gläubige Muslime definieren ihre Speisen in 3 Gruppen, halal (von Allah erlaubt), haram (verboten) und makruh (abzulehnen). 

Deshalb müssen Hersteller von erlaubten (halal) Lebensmitteln ausschließlich Halal-Zutaten verwenden, außerdem müssen sie auch rituell unreine Geräte und Betriebsmittel und Kontaminationen mit unerlaubten oder unreinen Dingen ausschließen.
Deshalb werden Zertifikate und Siegel immer wichtiger, wenn der Hersteller zeigen will, dass er entsprechend den Halal-Bedingungen produziert. Die Halal-Zertifizierer sind oft nicht offiziell registriert und legen unterschiedliche Kriterien an.
Aus diesem Grund ist es wichtig, hier mit Zertifizierern zusammenzuarbeiten, die sich schon im Hygienebereich einen Namen gemacht haben, so wie dem Hygiene-Netzwerk >>>, die im Bereich der Hygiene-Zertifizierung mit dem Hygiene-Smiley >>> schon zahlreiche Referenzen aufweisen kann.

Halal – der muslimische Kunde:
Halal-Produkte sind derzeit noch in vielen deutschen Supermärkten Mangelware. Spuren von Alkohol oder tierische Bestandteile und hier vor allem vom Schwein, können sich in fast jedem Lebensmittel befinden. So findet sich Gelatine in Gummibärchen, Bonbons und Joghurt, Schweineschmalz in der Pizza, Alkohol in der Marmelade und nicht zuletzt in Medikamenten.
Das schwierige dabei, laut aktuellem Lebensmittelrecht müssen nicht alle Bestandteile auf der Verpackung oder in der Speisekarte deklariert werden. So bleibt vielen gläubigen Muslimen nur eine Möglichkeit, wenn sie sich an die Regeln des Korans halten wollen, sie müssen Produkte mit der Zertifizierung "Halal" suchen. Doch genau diese Halal-Produkte gibt es in deutschen Supermärkten eher selten. In unseren europäischen Nachbarländern wie Großbritannien, Frankreich oder der Schweiz wurde von den Lebensmittelherstellern dieser riesige Markt der muslimischen Kunden schon für ihre Interessen entdeckt.

Halal, ein Markt, der Wachstumsraten bietet wie kaum ein anderer.

Halal – was bringt die Zukunft?
Bei der Suche nach Halal-Produkten suchen heute viele Muslime inzwischen im Internet.
So gibt es auf der Website der Halal-Zertifizierungsstelle nicht nur die neuesten Nachrichten zu entsprechenden Halal-Produkten, zu Zusatzstoffen, zu neuen Zertifizierungen – sondern die Webseiten-Besucher können auch Anfragen stellen, um beispielsweise etwas zu Inhaltsstoffen eines bestimmten Lebensmittels / Produkts zu erfahren.
Als sehr schwieriger stellt sich derzeit für viele Muslime ein Krankenhausaufenthalt dar.
Es gibt zwar inzwischen einige Krankenhäuser, die Halal-Kost anbieten, doch dies ist noch längst kein Standard.
Auch Altersheime müssen sich Gedanken über Halal-Kost machen, die sie ihrer Kundschaft anbieten, denn die erste Generation der Einwanderer, die vor gut 50 Jahren nach Deutschland kam, geht nun langsam in Rente. Halal ist hier noch ein Fremdwort, die Altersheime müssen sich noch auf muslimische Bewohner und deren Bedürfnisse einstellen – das reicht von der sprachlichen Verständigung über die körperliche Pflege bis hin zum halal-konformen Essen und der Einhaltung des Ramadan.
Derzeit setzt jedoch in diesen Branchen ein Umdenken ein: Pflegedienste bieten die Betreuung von Migranten an und auch die Fachwelt – von Ärzten bis zu Pflegepersonal – diskutiert seit einigen Jahren, wie sich die Branche am besten auf die neue Kundschaft und deren Halal-Bedürfnisse einstellt.

Halal – bei Zusatzstoffen im Zweifel lieber die Finger weg lassen

Zusatzstoffe sind bei Halal-Lebensmittel ein großes Problem, dies verdeutlichen Beispiele wie Gelatine und Alkohol über Farbstoffe bis hin zu Nährmedien.
Schweine-Gelatine wird eigentlich eindeutig haram eingestuft, trotzdem gibt es Muslime, die hier die Auffassung vertreten, dass die rigiden Herstellungs-Bedingungen eine so starke stoffliche Veränderung des Ausgangsmaterials bewirken, dass hier kein Bezug zum Schwein mehr besteht.
Ein weiteres Manko einer ungenauen Herkunftsangabe gibt es zum Beispiel bei dem in der Backindustrie weit verbreiteten L-Cystein oder bei Emulgatoren wie Mono- und Diglyceride, bei denen die Rohstoffe ebenfalls vom Schwein stammen können.
Viele Muslime verzichten deshalb lieber in Bezug auf die halal-Konformität eines Lebensmittels auf zweifelhafte Produkte – zum Nachteil der Hersteller.

Ein weiteres Problem ist, dass streng gläubige Muslime eine reine Halal-Produktionslinie verlangen, obwohl es diesbezüglich keine gesetzlichen Vorgaben gibt.
Als Lösung bieten sich hier für die Halal-Produktion folgende Wege an, eine - räumliche, zeitliche oder rein organisatorische Trennung –. Hierbei ist die räumliche Trennung zweifelsohne die am Sichersten. Bei der Halal-konformen Produktion gilt es jedoch, den gesamten Prozess mit einzubeziehen, dazu gehören u.a. die Prozess-Hilfsstoffe, die Reinigungsmittel und die Schädlingsbekämpfung >>>

Halal – Probleme der Umsetzung in der Praxis
Wie lassen sich die Halal-Kriterien in Einklang mit den hygienischen, wirtschaftlichen und technischen Anforderungen eines Lebensmittelherstellers bringen.
Dies lässt sich am Beispiel von Molkenpulver gut aufzeigen: Schon seit 2003 gibt es Halal-Molkenpulver für die weiterverarbeitende Lebensmittel-Industrie.
Als Grundvoraussetzungen für halal-konforme Produkte muss zunächst eine entsprechende Unternehmenspolitik vorliegen und ein Halal Assurance System mit Critical Control Points (CCP’s) für Materialien, die möglicherweise haram sind.
Außerdem muss es Halal Control Points für einzelne Produktgruppen geben. Ein wichtigster Punkt ist hierbei eine Verschleppungsgefahr bei den in der Käseherstellung eingesetzten Zusatzstoffen, hier bietet es sich an, nur welche mit Halal-Zertifikat einzusetzen.
Bei den Produktions-Anlagen stellen dann das Käse-Salzbad, die Molke-Trocknung oder die Füllanlagen der Silos mögliche Kontaminationsquellen dar, weil dies ja auch für normale Ware genutzt werden können. Am besten ist hier, die ganzen Produktionszweige auf Halal-Produktion umzustellen.
Um bei Zusatzstoffen wie Gelatine, Farbstoffen oder Glyceriden auf der sicher zu gehen, sollte man für die Halal-Produktion mit Halal-konformen Rohstoffen und separaten Tanks arbeiten.


Aktuelle Infos finden Sie auf unserer Halal-Themenseite >>>

Halal-Produkte: Ein interessanter Markt >>>

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